The Group/Society of Things/Take a Break and Go Ahead/The Golden Age of Kommagene

2016, Installation,
Zement, Sand, Stoff, Styropor, Holz, Gips, Sprühlack, Liegestuhl, Injekt Druck auf Papier,
Digitaldruck auf PVC, Glas, triops granarius, triops cancriformis beni-kabuto ebi
Teil der Doppelausstellung Orientations in Time and Space, 2016, in Zusammenarbeit mit Meike Kuhnert

Die installative Arbeit The Group/Society of Things/Take a Break and Go Ahead/The Golden Age of Kommagene beschäftigt sich im Kern mit der Transformation der Relation zwischen Menschen und Objekten. Grundlegend bei dieser Arbeit ist die intensive Auseinandersetzung mit der variablen Bedeutung von Objekten und Dingen und deren formaler und inhaltlicher Verschiebung im Kontext unterschiedlicher kultureller Hintergründe. Die Basis für diese Untersuchungen bildet eine umfangreiche, seit zwei Jahrzehnten vom Künstler angelegte Sammlung und Archiv von Gegenständen und Objekten aus unterschiedlichen Bezugsquellen.

Die physikalischen Objekte werden in dieser Arbeit einer transformativen Veränderung unterzogen, indem durch deren Abdruck in eine Tonform und die anschließende Ausgießung mit pigmentiertem Zement, Positive entstehen, bei denen die Gegenstände sowohl ihre ursprüngliche Materialität und Farbigkeit als auch ihren vorherigen Kontext verlieren. Die Objekte, die vorher als Einzelstücke existierten, werden durch die Fixierung in Beton in einem unverrückbaren Zustand zueinander festgefroren und entziehen sich so der Möglichkeit als einzelne Teile gelesen zu werden. Das Konglomerat, die Parataxe der einzelnen Gegenstände, beinhaltet als zeitliche Komponente die Gleichzeitigkeit des echten Objekts und deren Abdruck in einer an archäologische Ausgrabungsstücke erinnernden Form der Platte oder Tafel. Ein zweiter Ansatzpunkt der Arbeit ist die kritische Hinterfragung der musealen und institutionellen Museumspraxis des Sammelns, Katalogisierens und Präsentierens von Kulturgütern in ethnologischen, archäologischen und völkerkundlichen Museen. Dabei wird meist versucht, die Bedeutungen von Gegenständen und Objekten so authentisch wie möglich wiederzugeben, ohne deren flexiblen und vielfältigen kulturellen und individuellen Kontextualisierungsmöglichkeiten umfassend gerecht werden zu können. Die Zusammenführung dieser beiden Schwerpunkte von Objektinterpretation und kritischer Auseinandersetzung mit musealen Präsentations- und Interpretationsformen von Objekten manifestiert sich bei The Group/Society of Things/Take a Break and Go Ahead/The Golden Age of Kommagene in der Personalisierung der ausgestellten Platten als stereotype, ewige Menschentypen: The Artist, The Philosopher, The Explorer und The Scientist. Diese sitzen auf unterschiedlichen Sitzgelegenheiten und schauen auf eine große Fotografie einer Wüstenebene in Marokko. Diese Landschaftdarstellung bezieht sich konkret auf die Präsentation von Dioramen in ethnologischen Sammlungen, die vor dem Hintergrund einer Landschafts-abbildung oft Szenerien und Gegenstände aus dem Leben einer bestimmten Ethnie darstellen. Die Arbeit The Scientist besteht im Kontrast zu den drei anderen Platten aus einer durchbrochenen Betonpaltte in die ein Aquarium mit einer weiteren Platte mit einem Abguss einer Hand eingelassen ist. Darin leben zwei verschiedene Arten von sog. Triopskrebsen, triops granarius und triops cancriformis beni-kabuto ebi. Diese Art aus der Gruppe der Kiemenfüsser zählt zu den ältesten Spezies, die seit 220 Millionen Jahren ununterbrochen auf der Erde vorkommen. Somit findet man sowohl die fossile versteinerte Exemplare als auch deren lebende Nachfahren in anatomisch unveränderter Form. Das besondere an dieser Spezies ist, dass diese eigentlich aus eher trockenen Gebieten stammen und nur bei temporären Überschwemmung durch Starkregen zum Leben erwachen. Die Dauereier sind absolut resistent gegen Trockenheit und Kälte und können jahrzehntelang im Boden liegen ehe sie durch das Wasser wieder zum Leben erweckt werden. Ein letzter Bestandteil ist eine auf blauem Stoffhintergrund hängende Informationstafel Parataxis of Everything, die durch ihre Machart an Erklärungs- oder Informationstafeln aus dem musealen Kontext erinnert. Doch statt eines Textes findet man eine Auf- und Aneinanderreihung von unterschiedlichen Gegenständen. Diese Tafel verweist einerseits auf die isolierte Bedeutung des einzelnen Gegenstandes selbst und zeigt gleichzeitig deren wechselseitige Beziehung, aus der sich neue Sinnzusammenhänge ergeben können.

Michel Aniol Kunst Berlin Art Artist Künstler Installation
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